Filmpremiere in Griesbach: Die Straße

Hans Störringer auf der "Straße der Hoffnung"

09.11.2003

Überwältigendes
Interesse -
die Vorstellung ist "ausverkauft"
 

Das hatte Griesbach schon lange nicht mehr erlebt:
Schon 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung ist der Saal des Gasthauses "Zur Post" bis auf den letzten Platz gefüllt. Aber immer noch mehr drängen herein, wollen dabei sein, wenn Hans Störringer seinen Dokumentarfilm über den Straßenbau in Ecuador zum ersten Mal vorführt.

   

Nicht nur viele Griesbacher wollen "ihre" Straße sehen, nein, auch viele Indiofreunde von auswärts möchten Neues über die Indiohilfe in Ecuador erfahren. Lothar Eberl ist sichtlich überwältigt vom großen Interesse. Die Vorankündigungen des Films in den Heimatzeitungen und sogar im Bayerischen Rundfunk (BR1 und BR5) haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

Hans Störringer führt seinen neuesten Film "Die Straße" selbst vor.

Im Hintergrund die Kamera von Donau TV.
  Hans Störringer führt seinen neuesten Film vor
Spannung á la Störringer  

Erstaunlich, wie faszinierend ein Film sein kann, der 35 Minuten lang eigentlich nicht mehr zeigt als ein wenig subtropische Landschaft und Menschen, die eine Straße bauen. Aber für die Zuschauer ist der Film spannender als ein Krimi, erleben sie doch hier, mit wieviel Eifer und Fleiß die Indios das Beste aus den Spendengeldern für die Indiohilfe Ecuador machen.

Den Indios in Limon Alto wird die Straße nicht "geschenkt" -
sie arbeiten hart dafür!
 

Dass es nicht einfach ist, in den ecuadorianischen Anden eine Straße zu bauen, die ca 5,5 km lang ist und 250 Höhenmeter überwindet, das war wohl auch vorher jedem Zuschauer klar.

Aber wieviel harte Knochenarbeit die Indios für die "Straße der Hoffnung" leisten müssen, veranschaulicht wirklich erst dieser Film.

Vier Wochen lang war Hans Störringer zusammen mit Toni Greim im September 2003 bei den Indios in Limon Alto, um den Bau dieser außergewöhnlichen Straße zu dokumentieren.

Die Straße ist auf der gesamten Strecke bereits angelegt, Regenrinnen und Wasserdurchlass-rohre sind erstellt.   Wasserdurchlassrohre
unentbehrlich und treu wie ein indischer Arbeitselefant:
der alte Unimog der Stiftung A.B.C.
 

Hauptakteure des Films sind schwerarbeitende Indios und der altersschwache Unimog der Stiftung "A.B.C.". Dieser pendelt zwischen den beiden Schauplätzen des Films:

  • dem reißenden, eiskalten Fluß Rio Cristal, aus dem die Indios während der Trockenzeit die schweren Flusskiesel holen, und
  • der Straßenbaustelle, wo die Steine von Hand abgeladen und mit viel Geschick zu einem stabilen Pflaster zusam-mengefügt und festgeklopft werden.

4.000 Tonnen Steine sind von Hand zu verladen, ca. 1.900 mal muss der alte Unimog die Strecke zwischen Fluss und Straßenbaustelle bewältigen. Bleibt nur zu hoffen, dass er bis zur Fertigstellung der Straße durchhält ...   Keine leichte Arbeit: mit bloßen Händen, die Steine auf den Unimog zu werfen
Um zu verhindern, dass starke Regenfälle die neue Straße wegspülen, wird die Straße nun gepflastert.

25.000 Quadratmeter Pflaster sind in mühsamer Handarbeit zu verlegen.
Stabil und dauerhaft wie die "Via Appia" soll sie werden, die "Camino del Esperanza"!
  Pflasterarbeiten - mühevolle Handarbeit
wenig Lohn für harte Arbeit!  

Der Lohn, den die Indios für ihre Schwerstarbeit erhalten, ist eher symbolisch:
1 Dollar für 1 Kubikmeter Flusskiesel, 60 Cent für einen Quadrat-meter verlegtes Pflaster und dazu noch freie Verpflegung.

Die neue Straße -
ein Segen für die Bauern von Limon Alto
 

Der Film zeigt auch einen direkten Vergleich:

Wie beschwerlich es ist, auf dem alten Trampelpfad mit einem Maultier Bananen ins Tal zu bringen.

Und welche Erleichterung die neue Straße bringt:
Nun kann der Bauer die frisch geernteten Bananen gleich an der Straße auf einen LKW verladen. Nur noch für die kurze Strecke von seiner Plantage bis zur Straße kommt der Muli zum Einsatz. Die Früchte kommen nun zu 100% frisch und unbeschädigt auf den Märkten der Umgebung an, der Bauer erzielt wesentlich höhere Einnahmen.

Hans Störringer, der "König von Limon Alto" in seinem prachtvollen Palast -
lesen Sie mehr dazu im humorvollen Bericht von Toni Greim
  Der
Ein beeindruckender, hervorragender Film!  

Der Film von Hans Störringer beeindruckt die Zuschauer. Am Ende der Vorführung bedanken sie sich mit langanhaltendem Applaus für diese hervorragende Arbeit, für diesen Ausflug in eine andere Welt. Und so mancher verspürt wohl den Wunsch, selbst einmal dahin zu kommen ... Für Toni Greim wird dieser Wunsch auch bald wahr: Demnächst macht er sich wieder auf nach Ecuador ... Zum vierten Mal ...

Es geht weiter ...  

Mit Spannung warten wir nun auf die beiden nächsten Filme, die Hans Störringer ankündigte: "Kinder in Ecuador" und "Dschungelfahrt in Ecuador".



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