Jahresbericht 2001   von Max Gallmeier

"Liebe Indiofreunde,

   

ein Jahr, mit dem wir insgesamt zufrieden sind. Unsere Projekte gingen gut voran und wir hatten große Erfolge zu verbuchen. Wir haben mit den Indios einen weiteren, wichtigen Schritt nach vorne in eine hoffnungsvollere Zukunft gemacht. Die Indios, deren Rechte und Würde jahrhundertelang mit Füßen getreten wurde, verdienen es, dass wir mit ihnen arbeiten und alles tun, damit sie menschenwürdig leben können.

Es wurde folgendes geschaffen:

Lehrlingswerkstätten

Das Internat ist fertig!



Erste Gesellenbriefe
für Schreiner und Mechaniker











Staatlich anerkannte Ausbildungsberufe
 

Der Bau der Schule geht langsam dem Ende zu. Das Internat wurde fertig gestellt, damit auch Jugendliche von weiter weg die Möglichkeit haben, einen Beruf zu erlernen.

  • Die ersten Schreiner und Mechaniker bekamen ihren Gesellenbrief und sind ins Berufsleben eingestiegen.

  • Das ist sehr erfreulich und entspricht ganz unserem Konzept.

  • Alle erhielten sofort einen guten Arbeitsplatz.

  • Zwei der Schreiner eröffneten einen eigenen Betrieb.

  • Zur Zeit können Indios in 5 Berufen eine Lehrlingsausbildung absolvieren.

  • Außerdem wurden gleichzeitig weitere Kurse durchgeführt: Für Friseure, Schneider, Buchhalter, Schweißer, Geschäftsführung, Lebensmittelver-
    arbeitung, Marmelade- und Nudelproduktion.

  • Indios wurden weitergebildet in Schreinerei, Dreherei, Floristik, Bäckerei und Computer.

  • Insgesamt haben wir 37 Kurse abgehalten.

  • 626 Schüler haben die Lehrlingswerkstätten besucht.

  • Seit 10. November sind wir eine eigenständige Erziehungseinheit, die Jugendliche ausbilden darf.

  • Alle von uns Ausgebildeten erhalten vom Staat die volle Anerkennung ihres Ausbildungsberufes.

Sozialhilfe

Hauptziel:
Selbsthilfe -

aber nicht jeder kann sich selbst helfen
 

Der Mensch ist in unserer Arbeit das Hauptziel.

Auf lange Sicht kämpfen wir darum, dass sich die Indios selbst weiterhelfen können, aber wir vergessen nie die sozialen Randgruppen wie geistig Behindere, Waisen, Alte und Kranke und versorgen sie.

So erhielten die Waisen ihre Erziehung, Kleidung und Ernährung, die geistig Behinderten Medikamente und Rehabilitation.

32 Menschen erhielten finanzielle Hilfe für Operationen und Medikamente. Alte und Verlassene wurde zusammengeführt und Gruppen aufgebaut, damit sie sich gegenseitig helfen.

Krankenhäuser

Krankenhaus von Chillanes

neuer Krankenwagen
 

Die Hilfe lief wie jedes Jahr weiter. Vor allem das Krankenhaus von Chillanes lag uns sehr am Herzen.

Die Indiohilfe hat einen neuen Krankenwagen angeschafft, der gerade dem armen Menschen von großem Nutzen ist.

Simiatug

Zusammenarbeit mit Indianerverband



Schulanbau in Cocha
 

Der Indianerverband in Simiatug, der der Indiohilfe sehr nahe steht, arbeitete auch letztes Jahr sehr eng mit uns zusammen. Hier wurden vor allem sehr viele Jugendliche gebildet und die Organisationen gestärkt.

In Cocha, wo wir vor 2 Jahren eine Schule bauten, wurde mit einer Erweiterung der Schule begonnen. Der Andrang der Schüler war jedoch so groß, dass wir nochmals um 4 Schulräume erweitern müssen.

San Miguel

Schneiderschule - schon teilweise in Betrieb   In San Miguel ging der Bau unserer Schneiderschule sehr gut voran. Einer der drei Stockwerke ist bereits von den Schülern bezogen und die ganze Schule wird 2002 fertig. Dieser neue und moderne Komplex gehört zu den Lehrlingswerkstätten.

Cruz del arenal (4250 m)

Wasserleitung fertig!






Schulrestaurant floriert!
 

In unserem höchsten Projekt sind die meisten Arbeiten abgeschlossen worden.

Die 1800 m lange Wasserleitung ist fertig und es sprudelt bestes Trinkwasser aus den Hähnen.

Die Schule hat jedes Jahr steigende Schülerzahlen und das im Gebäude untergebrachte Restaurant konnte seinen Betrieb aufnehmen. Vor allem am Wochenende wird es von vielen Touristen besucht. Dadurch wurden 5 Arbeitsplätze in der Gemeinde geschaffen. Das Restaurant ist eine gute Einnahmequelle für die Indios.

Limon alto

Straße der Hoffnung -
Bauarbeiten haben begonnen
  Es wurde mit dem Bau einer 6 km langen Straße begonnen. Die Trasse ist ausgeschoben und mit dem Schottern wurde angefangen. Durch den Bau dieser Straße können die ansässigen Bauern ihre Produkte auf den Markt bringen.

Landwirtschaftsschule

Neue Ausbildungsrichtung  

Die Landwirtschaft ist für die Ernährung der Indios nach wie vor wichtig. Deshalb haben wir dieses Jahr auch eine Landwirtschaftsschule an unsere Werkstätten angeschlossen. Dort können wir Landwirte spezifisch ausbilden.

Frauenbewegung

mehr Anerkennung   Die Frauenbewegung hat große Erfolge zu verzeichnen. Die Frauen bekommen in der Gesellschaft, als Mutter und als Berufstätige immer mehr Anerkennung.

Allgemeinbildung

Bildung durch Kommunikation   Der Indio muss sein Land, die Probleme und Fortschritte kennen lernen, um seinen Horizont zu erweitern. Mit unserem eigenen Bus haben wir viele Informations- und Bildungsfahrten unternommen, Austausch mit anderen entfernten Indiogemeinden gefördert und die Allgemein-
kenntnisse erweitert. Diese von uns angefangene Initiative hat äußerst positive Ergebnisse.

Umwelt

Tier- und Artenschutz   Letztes Jahr haben wir damit angefangen, Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, mühsam wieder zu züchten und in die freie Natur einzugliedern. Das ist eine langwierige und schwierige Aufgabe. Vor allem soll auch das Umweltbewusstsein der Indios gestärkt werden.

Indiohilfe insgesamt

Vergelt's Gott!  

Alle Projekte, die von uns während der letzten 20 Jahre gemacht wurden, werden auch weiterhin von uns besucht und wir sehen, dass die Menschen durch die Projekte vorwärts gekommen sind.

Alles, was wir machen, ist auf unser Ziel, menschenwürdigeres Leben zu fördern, abgestimmt.

Ich möchte mich bei allen Spendern ganz herzlich bedanken für das Vertrauen und die Mithilfe in unsere Arbeit.

Vor allem ein großes Vergelt's Gott an meinen Bruder Werner, denn ohne seine Arbeit hätten wir nie den Indios so viel helfen können."

Max Gallmeier


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