Straße der Hoffnung in Limon Alto
| Herzlicher Dank an Toni Greim "Ehrliche, herzliche Begeisterung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren." - Dale Carnegie - |
Nachstehender Text stammt aus dem Zeitungsartikel von Toni Greim vom 31.August 2001 , veröffentlicht in der Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Toni Greim hat als Redakteur niederbayerischer Heimatzeitungen schon sehr viel dazu beigetragen, das Indiohilfe-Projekt der Brüder Gallmeier bekannt zu machen und viele Menschen dafür zu begeistern. Kaum jemand kann so authentisch über das Indiohilfe-Projekt der Brüder Gallmeier berichten wie er: Toni Greim war selbst schon drei Mal in Ecuador bei Max Gallmeier. |
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Letzte Ausfahrt Limon Alto: | ||
Gleich nach den kargen Höhen der Anden und viele Autostunden von Ambato weg fallen die Berge steil ab nach Babahoyo, nach Guayaquil und in die fruchtbaren Tiefebenen entlang der Küste; tief schneiden Gebirgsbäche Schluchten in die subtropischen Nebelwälder. Wer hier überleben will, verkauft Orangen, Bananen, Kakao und ein paar Stück Vieh an die Großhändler, die ihre Lastwagen Tag für Tag über die Cordilleren quälen. Wer mehr als genug zum Überleben hat, setzt sich am Wochenende in den Jeep oder in den Pickup und fährt aus dem sumpfigen Flachland und aus der stickigen Großstadt nach Balsabamba. Balsabamba liegt auf halber Höhe in den Schluchten der Nebelwälder. Die Luft ist gut dort, es gibt frisches Bergwasser in halbwegs sauberen Bädern, und teuere Wochenendvillen reicher Großstädter gibt es auch. Perfekte Bedingungen für einen Erholungsurlaub also, kauerten nicht an der Straße, die so viel Geld in die Berge trägt, auch hin und wieder knöchrige Menschen mit kargen Gesichtern, hilflose Alte und ausgezehrte Kinder, neben Haufen verfaulter Orangen. Wie keine andere Rasse erzählen die Indios Südamerikas hier in Ecuador die Geschichte von 500 Jahren Unterdrückung. Dem, der sich ihr auf die Spur macht und der wissen möchte, was die Menschen aus Griesbach bewegt, in die steilen Hänge hinter Balsabamba eine sechs Kilometer lange Strasse zu hauen, hilft hier auch kein Internet weiter. Man leiht sich stattdessen am besten einen Maulesel aus, der neben der Strasse sein Gras frisst und gerade 400 halbzerquetschte Orangen kilometerweit über steile, schlammige Wege hinab ins Tal befördert hat. |
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| Die alte "Straße" - wenn man den Trampelpfad als solche bezeichnen kann | |
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| Eine schwere Aufgabe ... | Hier also eine Strasse bauen. Hier hinein in die nebelverhangenen Wälder von El Limon, hinauf nach Limon Alto. Es ist keine wirtliche Gegend, auch wenn dem Gast beim Ritt auf dem groben Holzsattel Orangen fast in den Mund fallen und die Luft, wenn der Wind gerade richtig weht, nach Limonen duftet. Es ist der Beginn der Regenzeit, und schon jetzt verwandeln sich die schmalen ausgetretenen Weg hinauf auf den Berg in rutschige Lehmrinnen. Nur noch zähe Maulesel können auf solchen Wegen Lasten transportieren. |
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| ... kann viele Probleme lösen | Doch es reicht nicht für die 40 Indiofamilien, die an diesen Hängen von El Limon Obst anbauen und Viehzucht betreiben. Das Vieh zerstört die wertvollen Böden und bricht sich, wenn es hinab getrieben wird zur Strasse nach Ambato und zu den Großhändlern mit ihren schweren Lastewagen, nicht selten die Beine; wenn es doch einmal heil unten ankommt, hat es durch die Anstrengung 20 Prozent seines Gewichts verloren. Noch schlimmer ist es beim Obst: 90 Prozent der Ernte, vorwiegend Orangen und Bananen, verfaulen schon an der Staude, weil die Bauern es nicht transportieren können. Die restlichen zehn Prozent werden, solange der Regen es überhaupt möglich macht, in großen Körben mit Mauleseln ins Tal befördert. Die stundenlange Reise über Felsen, durch Gestrüpp und über steilste Abwege rüttelt an den Früchten, bis sie zu einem einzigen Brei zermanscht sind. Kein Mensch kann auf Dauer mit soviel Sinnlosigkeit überleben. |
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Die Geschichte von Limon Alto ist eine Geschichte der Indios. Sie ist so traurig wie die Geschichte von der Unterdrückung in anderen Ländern der Erde, und sie ist letztlich auch deshalb so traurig, weil sie der hochtechnisierten Gesellschaft des neuen Jahrtausends einen Spiegel vorhält. Vor dreißig Jahren, als der damals blutjunge Niederbayer Max Gallmeier für eine deutsche Hilfseinrichtung nach Ecuador kam, war es noch schlimmer, aber heute ist es eben nicht viel besser. Damals trugen viele Indios noch Brandmale in der Haut, die sie als Eigentum eines Großgrundbesitzers auswiesen. Dass Gallmeier in der Folgezeit mit Geldspenden, die vornehmlich aus Niederbayern kamen, Schulen, Straßen und Krankenhäuser für die Indios baute, ist im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung hinreichend bekannt. Wir haben oft darüber berichtet, und es gibt nicht wenige Niederbayern, die vor Ort im ecuadorianischen Guaranda die Arbeit der Gallmeierschen Indiostiftung verfolgt haben. In diesem Fall aber, weil nur so zu erklären ist, warum die Griesbacher eine Straße durch den Dschungel bauen, müssen wir Max Gallmeier und seinen Bruder, den Salchinger Pfarrer Werner Gallmeier, noch einmal zum Teil dieser Geschichte machen." |
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